Jahresbericht
"Storchi" und "Langbein" wurden Anfang Januar noch 2 - 3 mal in einer Schafherde mit Herdenschutzhunden an der Zschopaubrücke in Gunnersdorf beobachtet. Danach verliert sich ihre Spur. "Langbein's Personalakte" wurde von der Beringungszentrale durchgegeben. Er wurde im Juni 2023 in Zobersdorf im Elbe-Elster-Kreis / Brandenburg beringt. Auf Rückfrage wurde mir bestätigt, dass bei der Beringung keine Federprobe entnommen wurde, um eine DNA-Analyse zu erstellen. Damit kann auch das Geschlecht von "Langbein" nicht angegeben werden.
Im Chat unseres YouTube-Kanals läuft unter den Chatteilnehmern eine kleine Storchenwette. Wer tippt den Ankunftstag des ersten Storches 2026 im Storchennest Frankenberg/Sa. richtig. Es gibt 33 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Und die Tipps erstrecken sich vom 14. Februar bis 10. März.
Am heutigen Tag um genau 14:24:30 Uhr landet der erste 2026'er Storch in unserem Nest. Der Storch ist nicht beringt, daher lässt sich über seine Herkunft keine Aussage treffen. Wir freuen uns trotzdem sehr über diesen Auftritt und das Warten auf einen Storch im Nest hat ein Ende. Und es gibt auch zwei Gewinnerinnen bei der Storchenwette im Chat unseres YouTube-Kanals.
Am gestrigen Tag und heute ist wieder ein unberingter Storch in unserem Nest. Vermutlich der Ankömmling vom 26.Februar. Übernachtet hat er wahrscheinlich auf dem benachbarten Schornstein der Fa. Kunze & Sohn.
In der Mittagszeit ist wieder ein unberingter Storch im Nest. Am späten Nachmittag ein Anderer. Vermutlich "Storchi", einer unserer Winterstörche aus 2025, denn eine schwarze Feder im Schwanz deutet einigermaßen sicher darauf hin. "Storchi" wird nach knapp einer Stunde von anderen Storch (unberingt) aus dem Nest vertrieben. Das Foto ist von einer Chatteilnehmerin, welches sie voriges Jahr von unseren Winterstorch "Storchi" machte und wo deutlich die schwarze Feder im Schwanz zu sehen ist.
Große Dynamik im Nest. Mindestens 3 Störche zeigen Interesse am Nest. Sicher identifizieren lässt sich eigentlich nur Storchi. Am Ende verbleiben "Storchi" und ein Unberingter im Nest.
Video ansehen"Storchi" und Storch haben im Nest übernachtet und mehrfach am Tag besucht. Abends bei Vollmond gemeinsam im Nest. Ist es unser Storchenpaar für 2026? Es gibt zwar einige Paarungsversuche, aber sie sehen nicht so richtig erfolgreich bzw. nicht von beiden Seiten gewünscht aus. Als "Storchi" und sein Kumpel "Langbein" uns im Dezember 2025 beehrt haben, fiel vielen der Unterschied im Körperbau beider Störche auf. Von "Langbein" wissen wir durch seine Beringung, dass er 2023 als Jungtier beringt worden ist. Demzufolge handelte es sich um ein ausgewachsenes Tier. Da "Storchi" im Vergleich recht "zart" war, kann es sein, dass es sich bei "Storchi" um ein Jungtier aus 2025 handelt, welches den Anschluß an den Vogelzug verpasst hat. Demzufolge wäre "Storchi" dieses Jahr noch gar nicht geschlechtsreif und hat vielleicht auch deshalb kein Interesse an den Paarungsversuchen gezeigt. Alles nur Theorie oder der Wahrheit ziemlich nahe? Wir werden es nie genau erfahren!
Keine Storchenbesuche mehr im Nest. Anfangs war noch "Storchi" dabei, erkennbar an seiner schwarzen Schwanzfeder, ist dann aber ab 10. März weggeblieben. Danach haben noch ein bzw. zwei unberingte Störche sporadisch das Nest besucht. Nun herrscht erst einmal wieder "Klapperstille" im Nest.
Auch wenn es nur ein Aprilscherz war, so möchte ich trotzdem einmal auf die Frage Nestreinigung eingehen, da dies offensichtlich ein Thema ist, welches Viele bewegt. Bei Störchen handelt es sich bekanntermaßen um Wildtiere, welche als Kulturfolger die vom Menschen veränderte Umgebung nutzen, um Nahrung zu finden oder sichere Nistplätze zu haben. Sie suchen sich ihre Nistplätze selbst aus, nach Gesichtspunkten, die für uns Menschen manchmal nicht nachvollziehbar sind. Den Tieren geht es dabei hauptsächlich um Nahrungsangebot und Sicherheit. So haben unsere Störche auf dem 35 m - Schornstein eine gute Rundumsicht, einen kurzen Weg in die Zschopauaue und die umliegenden Felder als Nahrungsquelle und eine relative Sicherheit gegen "Störenfriede" im Nest. Diese Vorteile haben bei den ersten Störchen 2019 den Ausschlag für die Wahl dieses Standortes gegeben. Es hat sie nicht gestört, dass der Nestboden ein nackter Eisenblechdeckel war und sie haben es sich dort oben selbst so eingerichtet, dass 2 Jungtiere groß gezogen werden konnten. Es war einfach, aber effektiv. Bei uns Menschen gibt es auch welche, die in "Protz und Prunk" leben und welche eher spartanisch. Jeder, wie er eben will und kann. Wir werden deshalb keine jährliche Nestreinigung vornehmen, sondern werden es so natürlich wie es geht belassen. In "freier Wildbahn", wo keine Kamerabeobachtung stattfindet, müssen Störche auch mit dem zurechtkommen, was die Natur dort "anstellt". Sollte sich einmal ergeben, dass Gefahr für die Störche besteht (z.B. durch eingetragene große Plasteplanen) oder das vom Nest selbst Gefahr auf die Umgebung ausgeht, werden wir selbstverständlich Mittel und Wege der Abhilfe finden.
Nachdem einige Zeit Ruhe geherrscht hat im Storchennest, ist seit dem 1. April wieder Bewegung und Besuch im Nest. Bis zu 3 Störche haben Interesse am Nest bekundet. Wer bzw. welche Störche das sind lässt sich nicht nachvollziehen, da alle unberingt waren. Möglich wäre, dass es sich bei einem um unseren Vorjahresstorch Frank handelt, da es auffällig war, wie dieser Storch das Nest verteidigt hat. Aber alles nur reine Spekulation. Wir hoffen, dass es nun endlich zu einer Dauerbesiedelung unseres Nestes kommt und wir wieder tolle Einblicke in das Leben der Weißstörche erhalten.
Heute fand auf dem Betriebsgelände der Firma Innotex, wo bekanntermaßen der Storchenschornstein steht, wieder der Frühlingsbasar mit Tag der offenen Tür statt. Wie im vergangenen Jahr waren auch wir vom Verein Frankenberg/Sa. natürlich mittendrin e.V. mit unserem "Storchenneststand" wieder mit dabei und hatten viele nette Gespräche mit Storchenfreunden und interessierten Bürgern. Vielen Dank für den ausschließlich positiven Zuspruch.